Salz & Pfeffer


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Trattoria da Paolo & Anna

Die kleine „Osteria Numero Uno“ war schon immer ein recht spezieller Fall: Versteckt hinter einer Busstation gelegen, nur ein paar Tische, hauptsächlich Stammkunden, offene Küche, keine Speisekarte, keine Weinkarte. Man war Gast bei Silvia & Luca und es gab, was es gab.

Im Sommer gingen diese Pioniere italienischer Gastlichkeit in Pension und ihr Lokal wurde von Paolo & Anna übernommen – er gebürtiger Italiener aus Anzio (südlich von Rom) und ehemaliger Teilhaber einer großen Pizzeria, die Tochter Ernährungsberaterin und wie der Vater leidenschaftliche Köchin.

Das Prinzip der Vorgänger wurde beibehalten, es gibt keine Speisekarte, aber man kann sich ansehen, was heute da ist und das Menü mit Paolo Verlezza besprechen. Etwa hausgemachte Antipasti mit Karotten in Bröseln, gegrilltem Radicchio, gebratenem Mangold und Melanzani mit Knoblauch und Minze. Viel besser als gewohnt (8,50 €). Oder Tagliolini mit winzigen Vongole, Peperoncino, Knoblauch und Petersil – so schlicht wie köstlich (14,50 €). Die Rotbarben füllt Paolo mit Speck. Das sei ein uraltes Rezept sagt er, das kaum noch jemand kenne (24 €). Wunderbar, nur die Bratkartoffeln dazu braucht in einer echten Trattoria kein Mensch.

Wie man sich generell ein kleines bisschen mehr Mut zu regionalen Spezialitäten aus Paolos Heimat wünschen würde, auch den einen oder anderen Wein von dort. Aber das wird vielleicht noch. Und: Die Kombination aus nicht ausgewiesenen Preisen, fehlender Kreditkarten-Annahme und dieser mit Bankomaten wirklich dürftig ausgestatteten Gegend ist halt ein wenig unglücklich.

Kurier_Bewertung_TrattoriaDaPaoloAnna

Autor: Florian Holzer / KURIER